Voraussetzungen

Trennung – Was ist zu regeln?


Wenn sich die Ehegatten trennen, sollten eine Reihe von Fragen geklärt werden und müssen bestimmte Regelungen getroffen werden. In der Praxis stehen häufig die Klärung der Rechtsverhältnisse an der Wohnung/dem Haus, das Aufenthaltsrecht der Kinder, unterhaltsrechtliche Fragen und die Teilung des Hausrates im Vordergrund.

Über diese und andere Punkte kann man bereits während der Trennungsphase, also noch vor einer rechtsgültigen Scheidung, eine vertragliche Regelung treffen.

1. Humane Trennungs- und Scheidungsphilosophie


Unser Ziel von online-geschieden ist es, eine Lösung zum Wohle der gesamten Familie zu erarbeiten. Voraussetzung hierfür ist die Erarbeitung einvernehmlicher Lösungen zwischen den Beteiligten. Die konsequente Umsetzung dieser Philosophie vermeidet nicht nur weitere Verletzungen, sondern führt in der Regel auch zu schnelleren und günstigeren Ergebnissen.

2. Wie lange muss man vor der Scheidung getrennt leben?


Nach § 1567 BGB leben die Ehepartner dann getrennt, wenn keine häusliche Lebensgemeinschaft mehr besteht und mindestens ein Ehepartner diese eheliche Gemeinschaft erkennbar nicht wiederaufnehmen will, weil er die Ehegemeinschaft ablehnt.

Ein Getrenntleben im Sinne des Familienrechts liegt also dann vor, wenn die eheliche Lebensgemeinschaft aufgehoben ist. Das ist immer dann der Fall, wenn

* regelmäßig keine Mahlzeiten mehr zusammen eingenommen werden (Ausnahmen sind unschädlich),
* die Eheleute keine Versorgungs- und Haushaltsleistungen mehr für den anderen erbringen und
* keine intimen Beziehungen mehr bestehen.

Wenn also beide Ehepartner in getrennten Wohnungen leben, liegt eindeutig ein Getrenntleben vor. Dies ist dann schwieriger zu beurteilen, wenn man noch eine gemeinsame Wohnung bewohnt. Dann muss ggf. vor Gericht bewiesen werden, dass eine Trennung bereits zu dieser Zeit stattfand. In der Praxis hinterfragen die Familiengerichte diesen Punkt aber nur dann, wenn die Scheidung eben nicht einvernehmlich abläuft.

Wenn beide Eheleute die Scheidung wollen, muss man zum Scheidungstermin ein Jahr getrennt leben. Wenn nur einer der Eheleute die Scheidung will, so ist eine gesetzliche Trennungszeit von drei Jahren vorgesehen. Eine innerhalb dieser Zeit erfolgte Versöhnung macht dabei nichts. Da das Trennungsjahr erst zum Scheidungstermin vorliegen muss, akzeptieren einige Familiengerichte den Scheidungsantrag bereits nach zehn Monaten.

3. Worüber muss im Scheidungstermin Einigkeit bestehen?


In der Frage des Ehegattenunterhaltes muss es zu einer Einigung gekommen sein. Es muss also klar sein, ob und gegebenenfalls in welcher Höhe der Ehegattenunterhalt gezahlt werden soll. Sehr oft, insbesondere bei einvernehmlichen Scheidungen, verzichten die Eheleute wechselseitig auf den Unterhalt.
Sofern Kinder vorhanden sind, ist die Frage des Sorgerechtes von Bedeutung. Sind sich die Eltern über den Fortbestand der gemeinsamen Sorge einig, wird hierüber in der Scheidungsverhandlung nicht mehr entschieden. Desgleichen gilt für das Umgangsrecht und die Höhe des Kindesunterhaltes.
Selbstverständlich muss auch klar sein, wer nach der Scheidung in der Ehewohnung verbleibt und wie der Hausrat aufgeteilt wird.

4. Ist überhaupt ein Anwalt für die Scheidung notwendig?


Damit das Scheidungsverfahren in Gang gesetzt werden kann, muss beim zuständigen Familiengericht ein Scheidungsantrag eingereicht werden. Hierfür ist zwingend ein Anwalt vorgeschrieben. Sofern eine einvernehmliche Scheidung angestrebt wird, benötigt nur derjenige, der den Scheidungsantrag einreichen will, einen Anwalt. Der andere Ehepartner kann dann im Scheidungstermin dem Antrag zustimmen. Hierfür ist kein eigener Anwalt notwendig, man kommt also mit nur einem Anwalt aus. Werden im Scheidungstermin weitere Anträge gestellt, wird also z.B. auch über den Unterhalt oder das Sorgerecht verhandelt, muss ein weiterer Anwalt vor Ort sein. Aus Kostengründen macht es also durchaus Sinn, über diese Punkte bereits im Vorfeld Klarheit hergestellt zu haben.